Private Krankenversicherung Referendariat:

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Das Thema Krankenversicherung während des Referendariats ist für angehende Lehrer wohl eines der Themen, das im Vorfeld viele Fragezeichen aufwirft. Die meisten von euch waren schließlich bisher gesetzlich versichert und da muss man sich in der Regel um wenig kümmern. Nun sind Lehrer, wie allgemein bekannt, aber überwiegend privat versichert und das hat durchaus seine Gründe. Im Folgenden wollen wir daher ein bisschen Licht ins Dunkle rund um das Thema „Private Krankenversicherung Referendariat“ bringen.

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Krankenversicherungen:

  • die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und
  • die private Krankenversicherung (PKV)

Das gilt auch für die Zeit des Referendariats bzw. als Lehrer. Niemand wird gezwungen, sich privat zu versichern. Es hat aber deutliche Vorteile als Lehrer, welche im Weiteren aufgezeigt werden sollen. 

Was versteht man unter Beihilfe?

Entscheidend ist, dass Beamtinnen und Beamte Anspruch auf sogenannte Beihilfe haben. Es handelt sich dabei um eine staatlich organisierte Bezuschussung für die Krankenversicherung. Das heißt, der Dienstherr bzw. der Staat übernimmt in Krankheits-, Pflege und Geburtsfällen einen Teil der anfallenden Kosten. Das bezieht sich zum Beispiel auf jede Arztrechnung, Krankenhausrechnung, per Rezept verordnete Medikamente, usw. In den meisten Bundesländern liegt der Beihilfesatz zwischen 50-80%. Dieser Prozentsatz variiert teils auch abhängig von äußeren Umständen, etwa der Anzahl der Kinder. Die Restkosten können dann über eine private Krankenversicherung abgedeckt werden. Weil diese sich bei Beamten und Beamtinnen infolge der Beihilfe relativ gering halten (30-50%), bieten private Krankenversicherer für Lehrer bzw. Referendare spezielle, günstige Tarife an.

Der Nachteil einer gesetzlichen Krankenversicherung

Der Nachteil einer gesetzlichen Krankenversicherung während des Referendariats bzw. als Lehrer im Allgemeinen liegt wiederum vor allem darin, dass der monatliche Beitrag deutlich höher ausfällt. „In Normalfall“ teilen sich den Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung nämlich Arbeitnehmer und Arbeitgeber. 50% des Beitrages werden jeden Monat automatisch vom eigenen Bruttogehalt abgezogen, die anderen 50 % bezahlt der Arbeitgeber. Leider übernimmt aber der Staat als Arbeitgeber diesen Anteil in den meisten Bundesländern eben nicht. Der Anspruch auf staatliche Beihilfe bei Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung entfällt. Damit müsste man als Referendar bzw. Lehrer die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung vollständig selbst bezahlen und diese liegen im Moment bei 14,6% des Bruttogehalts.

Die private Krankenversicherung kommt in der Regel also für Referendare und Lehrer nicht nur günstiger, sondern sie bietet darüber hinaus, wie allgemein bekannt, natürlich auch bessere Leistungen, wie etwa kürzere Wartezeiten bei der Terminvergabe, Chefarztbehandlung, Einzelzimmeranspruch im Krankenhaus, usw.

Welche Krankenversicherung für Referendare?

Nachdem sich die meisten angehenden Lehrer aus den genannten Gründen also dafür entscheiden, sich privat zu versichern, bleibt die Frage, welcher Versicherer wird es? Unterschiedliche Versicherungen bieten unterschiedliche Leistungen zu unterschiedlichen Preisen. Selbst ein und derselbe Versicherer bietet oft noch einmal verschiedene Tarife in unterschiedlichen Preisklassen. Aufgrund dieses schier unüberschaubaren Angebots versuchen viele vor dem Referendariat, sich Ratschläge bei anderen angehenden Lehrern zu holen. Zu einem gewissen Grad kann das durchaus sinnvoll sein, doch man wird von fast allen Versicherern Gutes wie Schlechtes zu hören bekommen. Das liegt mitunter auch daran, dass sich der Beitrag für die PKV nach dem individuellen Eintrittsalter, Gesundheitszustand und den gewünschten Leistungen richtet. 

Die Gesundheitsprüfung

Die individuelle Krankheitsgeschichte spielt also für die Höhe des Beitrags eine entscheidende Rolle. Jeder private Krankenversicherer führt vor Versicherungsbeginn eine sogenannte Gesundheitsprüfung durch. Das heißt, dass ihr per Fragebogen Auskunft über sämtliche chronische Vorerkrankungen bzw. relevante Erkrankungen in den letzten 5 Jahren Auskunft geben müsst. Sinnvoll kann es hier sein, einen Auszug der eigenen Krankenakte beim bisherigen gesetzlichen Versicherer anzufordern, um selbst eine Übersicht über die von Ärzten gestellten Diagnosen in den letzten Jahren zu gewinnen.

Sicherlich nicht erwähnen muss man eine unproblematische Erkältung, wegen der man einmal beim Arzt war. Durchaus angegeben werden müssen bei der Gesundheitsprüfung aber etwa

  • Rückenbeschwerden
  • die Verordnung von Krankengymnastik wegen Verspannungen
  • mehrmalige Arztbesuche wegen Kopfschmerzen
  • Hauterkrankungen
  • Auffälligkeiten bzgl. Muttermale
  • Rheuma
  • uws.

Je nach Vorerkrankung erheben Versicherer zusätzlich zum normalen Tarif eventuell einen sogenannten Risikozuschlag. Aus diesem Grund lässt sich also auch nicht sagen, dass Versicherer XY die besten Konditionen zum günstigsten Tarif anbietet. Die Kosten unterscheiden sich je nach persönlichem Gesundheitszustand und auch nicht jeder wird überhaupt von jedem Versicherer unter Vertrag genommen werden.

Die richtige Versicherungsberatung

Um tatsächlich die individuell beste Versicherung zu finden, empfiehlt es sich, sich von einem unabhängigen Versicherungsvertreter beraten zu lassen, der verschiedene private Krankenversicherungen im Angebot hat. Wenn ihr von Vornherein zu einem Vertreter der Versicherung XY geht, weil dort die Freundin versichert ist, habt ihr kaum Möglichkeit, unterschiedliche Angebote zu vergleichen.

Einen guten Versicherungsvertreter erkennt ihr im Übrigen auch daran, ob er euch darauf hinweist, dass Vorerkrankungen gewissenhaft angegeben werden müssen. Ein schlechter Versicherungsvertreter rät euch, keine große Sache aus der Gesundheitsprüfung zu machen und nur ernsthafte chronische Krankheiten bzw. Krankenhausaufenthalte anzugeben. Das macht es für alle Beteiligten zunächst einfacher. Er kann den Kunden günstig versichern und enthält entsprechend seine Provision, der Kunde wiederum ist zufrieden, weil er eine günstige Versicherung hat.

Das geht allerdings nur gut, solange ihr auch weiterhin gesund bleibt. Fällt für den Versicherer der erste größere Rechnungsbetrag an, der sich möglicherweise auf eine Vorerkrankung zurückführen lässt (z.B. Migräne, Rückenbeschwerden, etc.), kann dieser sich Einsicht in frühere Krankenakten geben lassen. Kommt dann heraus, dass Gesundheitsfragen nicht wahrheitsgemäß beantwortet wurden, hat er das Recht, den bestehenden Versicherungsvertrag zu kündigen. Dies ist insbesondere deswegen problematisch, weil man dann auch keine Krankenversicherung über einen anderen privaten Versicherer mehr bekommen wird.

So früh wie möglich informieren

Aufgrund dieser Gesundheitsprüfung, aber natürlich auch aufgrund der Fülle des Angebots an Versicherern und unterschiedlichen Tarifen sollte man sich mit dem Thema Krankenversicherung so früh wie möglich auseinandersetzen, damit man genügend Zeit hat, einen kompetenten Versicherungsvertreter sowie letztlich eine passende Versicherung zu finden.

Interessant kann es im Übrigen auch sein, sich bereits während des Studiums durch eine sogenannte Anwartschaft seinen Gesundheitszustand „sichern“ zu lassen. Insbesondere Sportstudenten wird dies empfohlen, weil es während des Studiums häufig noch zu Verletzungen kommt, die dann vor dem Referendariat nicht in eine erneute Gesundheitsprüfungen einfließen. Auch diesbezüglich wird euch ein unabhängiger Versicherungsvertreter beraten.

Wie geht es nun weiter?

Du bist dir nicht sicher, ob du an alles gedacht hast, damit du gut vorbereitet ins Referendariat starten kannst? Dann findest du hier ein paar weitere hilfreiche Tipps: Referendariat Lehramt – Tipps für einen gelungenen Start

 

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